Überlebenskünstler: Tiere, die lange Zeit ohne Essen oder Wasser auskommen

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Wenn wir ein paar Stunden nicht gegessen haben, dann knurrt unser Magen gewaltig und wir rennen zum Kühlschrank. Der Mensch kann angeblich bis zu 116 Tage ohne Nahrung überleben. Probiere das aber bitte nicht aus. Wenn dir das übrigens lange vorkommt, dann ist das im Vergleich zu anderen Lebewesen fast gar nichts. In der Natur gibt es Tiere, die wochenlang, monatelang oder manchmal auch jahrelang ohne Nahrung überleben können. Tatsächlich haben sich einige Tiere an ihren Lebensraum so angepasst, dass sie fast ihr ganzes Leben lang auf Trinkwasser verzichten können.

Hier sind die besten Hungerkünstler der Tierwelt!

Dorkasgazelle

Die Dorkasgazelle hat sich an das Leben in der Wüste so sehr angepasst, dass sie theoretisch ein ganzes Leben kein Wasser trinken muss. Sie bezieht ihre Flüssigkeit von Tau, aus Futterpflanzen sowie wasserspeichernden Wüstenpflanzen Forschungen zeigten, dass sie bei absoluter Wasserknappheit sogar ihre Leber und ihr Herz schrumpfen kann.

Durch die Schrumpfung der sauerstoffzehrenden Organe, so fanden Studienforscher, atmet die Dorkasgazelle weniger ein und aus und reduziert so den Wasserverlust durch Verdunstung. So kann die Dorkasgazelle selbst in einer lebensfeindlichen Umgebung wie der Sahara und der Negev-Wüste überleben.

Afrikanische Lungenfische

Afrikanische Lungenfische sind aalförmig und können bis zu 65 cm lang werden. Sie sind Wanderfische, die sich nur im Süßwasser aufhalten. In Afrika können Flussbetten aber für längere Zeiten ausgetrocknet sein. Mit Beginn der Trockenzeit, wenn das Wasser im Flussbett langsam versiegt, gräbt sich der Fisch im Schlamm ein und bildet eine kleine Höhle, die er mit Schleim auskleidet.

In dieser Schleimkapsel begibt er sich in Sommerruhe und nimmt während dieser Zeit praktisch keine Nahrung und kein Wasser zu sich. Erst, wenn wieder Wasser verfügbar ist, wacht der Überlebenskünstler aus seinem Sommerschlaf auf. Er kann Trockenzeiten bis zu 4 Jahre überleben!

Schlangen

Schlangen gab es wahrscheinlich schon, als Dinosaurier die Erde besiedelten. Ein Grund, warum es sie wahrscheinlich noch immer gibt, ist ihr raffinierter Stoffwechsel. Sie können bei Nahrungsmangel ihren Stoffwechsel bis zu 72 % reduzieren.

Dank dieser unglaublichen Fähigkeiten, können Schlangen bis zu zwei Jahre ohne Nahrung auskommen, dabei bleiben sie jedoch wachsam genug, um sich im Notfall gegen Angreifer zu wehren. Wenn ihre Fettreserven verdaut sind, dann wandelt der Körper die körpereigenen Proteine der Schlange in Energie um. Das geht allerdings nur über eine kurze Zeit gut, da sich die Schlange theoretisch selbst verdaut.

Nilkrokodile

Nilkrokodile gehören zu den ältesten Reptilien des Planeten und obwohl sie so gefräßig erscheinen, können sie einige Monate lang ohne Nahrung leben. Im Extremfall überleben sie bis zu drei Jahre dank der Fettreserven in ihrem Schwanz. Wie die Schlangen gelingt es den Krokodilen ihren Stoffwechsel so zu kontrollieren, …

… dass ihr Herz nur zweimal in drei Minuten schlägt. Außerdem kann sich ihre Körpertemperatur, ungleich uns Menschen, an die Umgebung anpassen. Sie sparen dadurch eine Menge an Energie. Sie sind also nicht faul, wenn sie bewegungslos in der Sonne liegen, ihr Körper läuft nur auf Sparflamme, bis eine Beute sich unbedarft nähert.

Haie

Haie gelten als besonders gefrässig, deshalb wundert es uns umso mehr, dass sie 8 bis 10 Wochen lang ohne Nahrung leben können. Haie sind wie Krokodile wechselwarme Tiere und passen sich der Umgebungstemperatur an. Deshalb braucht er nicht so viel Nahrung, wie allgemein angenommen wird.

Wenn er längere Zeit nichts zu fressen findet, nutzt er seine Leber als Energiereserve. Haie essen übrigens nur alle 4 bis 7 Tage. Der Mensch ist also deutlich gefräßiger als der Hai. Interessanterweise verbessern sich die Jagdfähigkeiten eines Hais, wenn er längere Zeit nicht gegessen hat. Ein vollgefressener Hai ist einem Menschen gegenüber kaum gefährlich.

Spinnen

Spinnen müssen darauf warten, dass ihr Futter zu ihnen kommt und manchmal kann es etwas länger dauern. Bis zu 4 Monate halten es normale Hausspinnen ohne Nahrung aus. Einige Spinnenarten, wie die Vogelspinne, schaffen es im Extremfall sogar ein ganzes Jahr ohne Nahrung auszukommen.

Auch Spinnen sind wechselwarme Tiere und können ihren Energiebedarf runterfahren. Je kälter die Temperatur ist, desto träger sind sie. Es ist also kein Wunder, dass es deutlich mehr Spinnen in warmen Ländern gibt und dass sie bei uns in Deutschland meist träge in der Ecke herumhängen.

Galapagos-Riesenschildkröten

Galapagos-Riesenschildkröten gehören zu den größten Landschildkröten der Welt. Sie wiegen bis zu 417 kg in freier Wildbahn und können bis zu einem Jahr lang ohne Nahrung oder Wasser auskommen. Das ist auch ein Grund, warum sie sich so langsam bewegen. Aber faul sind sie keinesfalls.

Man hat herausgefunden, dass sie innerhalb von zwei Tagen bis zu 13 Kilometer zurücklegen können. Sie gehören zu den wandernden Tierarten wie Eisbären, Haie und Zugvögel. Sie haben einen sehr langsamen Stoffwechsel und können deshalb mit wenig Energie überleben.

Kamele

Wir alle wissen, dass Kamele die perfekten Wüstentiere sind, weil sie tagelang ohne Wasser auskommen. Es liegt jedoch nicht daran, dass ihre Höcker mit Wasser gefüllt sind. Es ist das im Körper gespeicherte Fett (auch in den Höckern), das sie etwa 40 Tage lang ohne Wasser auskommen lässt. Sie können übrigens einen Wasserverlust bis zu einem Viertel des Körpergewichts ohne Schaden überstehen.

Außerdem können Kamele ihre Nüstern verschließen, damit nur wenig Wasser austritt und ihren Harnaustritt regulieren. Ihr Harn ist deshalb wesentlich konzentrierter als bei anderen Lebenswesen. Auch ihr Blut hat sich dem Leben in der Wüste angepasst. Ihre roten Blutkörperchen sind oval geformt und können deshalb mehr Wasser aufnehmen und auch mehr Sauerstoff speichern. Wer hätte all das diesen Wüstenschiffen zugetraut?

Pinguine

Pinguine gibt es schon seit über 50 Millionen Jahren. Nachdem Pinguineltern ein Ei gelegt haben, geht der weibliche Elternteil auf Nahrungssuche und lässt das Männchen mit dem Ei zurück. Während der brütende Vater auf die Nahrung seiner Partnerin wartet, können manchmal bis zu 60 Tage vergehen.

Die Weibchen passt bei der Nahrungssuche ihre Körpertemperatur den eisigen Temperaturen an und kann den Energiebedarf drastisch senken. Der männliche Elternteil zerrt von den angefressenen Fettreserven. Sie können übrigens im Ausnahmefall bis zu 4 Monate ohne Nahrung auskommen.

Grottenolme 

Diese schlanken, gruseligen Krabben, die hauptsächlich in Italien und auf dem Balkan unter Wasser zu finden sind, können bis zu 10 Jahre ohne Nahrung leben. Sie sind blind und bewegen sich dank ihren elektro-sensitiven Organe und einem ausgezeichneten Geruchssinn.

Auch Sauerstoffmangel ist längerfristig kein Problem. Ganze drei Tage überleben sie ohne Sauerstoff. Allerdings sind diese seltsamen Kreaturen auch nur fünf Minuten am Tag aktiv. Früher wurden sie aufgrund ihres seltsamen Aussehens für Drachenbabys gehalten.

Frösche

Frösche kommen hauptsächlich in feuchten Lebensräumen vor und ihr Körper kann bis zu 16 Monate lang ohne Nahrung auskommen. Wenn im Winter die Nahrung knapp wird, fallen einige Tiere in den Winterschlaf. Der australische Laubfrosch hält jedoch fast das ganze Jahr Sommerschlaf.

Wenn keine Regenzeit ist, vergräbt sich der Frosch im Schlamm und wacht erst dann wieder auf, wenn die Trockenzeit vorbei ist. Damit verhält er sich wie der Lungenfisch, der seinen Stoffwechsel ebenfalls drastisch senken kann.

Bären

Braunbären halten in den kalten Jahreszeiten Winterschlaf, sodass sie mehr als 100 Tage lang auf Nahrung und Wasser verzichten können. Dabei fahren sie wie andere Tiere den Stoffwechsel runter, ohne aber ihre Temperatur zu senken. Der amerikanische Schwarzbär hat sogar einen Trick, damit bei niedrigen Temperaturen seine Körpertemperatur nicht zu sehr sinkt.

Wenn seine Körpertemperatur aufgrund kalter Außentemperaturen unter 30 Grad sink, bekommen sie regelmäßig Schüttelfrost bis ihre Körpertemperatur sich wieder bei 36 Grad einpendelt.

Kängaruratten 

Die Kängururatte, die so genannt wird, weil sie große, kräftige Hinterbeine hat, die es ihr ermöglichen, im Extremfall bis zu 3 Meter zu springen, um Raubtieren zu entgehen, überlebt vor allem von Samen und Bohnen mit hohem Wassergehalt, was bedeutet, dass sie nie im Leben Wasser trinken muss.

Ein weiterer Grund, warum sie ohne Trinkwasser so lange überleben können ist, dass sie im Tierreich Rekordhalter beim Unterdrücken des Harns sind. Ihr Urin ist so konzentriert, dass sie fast ein ganzes Leben ohne Wasser auskommen können.

 

Bärtierchen

Sie sind wahre Überlebenskünstler. Sie sind nur einen halben Millimeter groß und halten Temperaturen von 150 Grad plus und 250 Grad minus aus. Sie können Jahre ohne Nahrung und Wasser auskommen und sind dabei praktisch tot:

Es findet kein Stoffwechsel statt. Sie können selbst dem stärksten Wasserdruck standhalten. Deshalb finden man Bärtierchen von der Arktis bis zum Äquator, im Himalaya ebenso wie in der Tiefsee. Vielleicht gibt es sie sogar bald auf dem Mond.